Donnerstag, 12. März 2015

[Nachruf] Danke Terry,...

Danke Terry,

ich würde mich nicht als ein riesiger Fan bezeichnen, ich war nie auf einer Lesung, habe nicht jeden Fizel gesammelt und gelesen, der über dich erschienen ist. Ich besitze nicht einmal alle deine Bücher.

Trotzdem warst du einer meiner absoluten Lieblingsautoren und vermutlich der Autor, der mich am meisten beeinflusst hat.

Und darum möchte ich dir meine Dankbarkeit ausdrücken.





Ich weiß noch, wie ich vor fast 20 Jahren "Die Scheibenwelt von A-Z" in der Hand gehalten habe, und das Interview mit dir las, und mich wunderte, warum so viele Leute dir Briefe schreiben. Insgesamt ist mir das bis heute nicht verständlich, auch wenn ich es gerade selbst tue.


Der erste Scheibenwelt-Roman, den ich gelesen habe, war "Licht der Phantasie", und ehrlich gesagt, es war keine Erleuchtung für mich. Ich las ihn, weil Freunde von mir ihn lasen, oder besser ein Freund.
(und ich kann auch bis heute nicht so viel mit Rincewind anfangen, von ein oder zwei Romanen mal abgesehen)


Wirklich gezündet hat es erst mit "Die dunkle Seite der Sonne", und danach ließ es mich nicht mehr los.


Ich habe deine Bücher verschlungen, wenn ich ihnen habhaft werden konnte. Von keinem Autor und von keiner Reihe stehen so viele Bücher in meinem Regal, wie von dir.


Deine Werke, deine Texte und dein Schaffen haben maßgeblich mein Verständnis von Fantasy und von Geschichten allgemein geprägt.


In "Die Teppichvölker" sagst du im Vorwort, dass sich gute Fantasy damit beschäftigt, wie man Schlachten vermeidet, und ohne Könige auskommt, im Vorwort zu "Die Gelehrten der Scheibenwelt" erklärst du das Narrativum und seine Funktion, und es gibt viele weitere Stellen.

Diese Texte, mit denen du erläuterst, wieso du etwas schreibst, und warum Geschichten so funktionieren, haben mein Bild der Fantasy, aber auch andere Geschichten zu lesen sehr beeinflusst. Und damit auch mein Verständnis für die Abläufe im Pen&Paper-Rollenspiel. Die Abkehr davon, dass Regeln Realismus brauchen, kommt auch aus deinen Ansätzen Geschichten zu schreiben; der Ansatz, dass unrealistische Dinge geschehen können, wenn es der Geschichte dient, und natürlich auch die Sache, dass Plausibilität nicht zwingend die Plausibilität unserer Welt sein muss.

Und das ein Sandwich immer ein Sandwich bleibt.

Danke für deine Geschichten, Danke für deine Einsichten, Danke für deine Gedanken zur Moral.

Auch wenn er früh kam, scheint der TOD dich friedlich geholt zu haben.

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